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Globalisierung

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Das Busgeschäft bereitet allen NutzfahrzeughersteIlern große Probleme. Marktrückgänge gibt es bei Reisebussen, weil die Tourismusbranche schwächelt, und bei Stadtbussen, weil die Kommunen In der Finanzklemme stecken. Das trifft auch die MAN Bus GmbH in Salzgitter.

"Alle Erfolge, die wir mit dem straffen Restrukturierungsprogramm bereits erzielt haben, werden dadurch wieder zunichte gemacht", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Wolfgang Fahrnberger. Deshalb müsse der Busbereich der MAN Nutzfahrzeuge, zu dem seit Mitte 2001 Neoplan (Stuttgart) gehört, auch in diesem Jahr mit einem Verlust von 90 Millionen Euro rechnen. Beziehe man Neoplan voll ein, sei das in etwa das Niveau des Vorjahres.

Fahrnberger verweist darauf, dass alle Bushersteller "enorme rote Zahlen" schreiben, auch der Marktführer Evo-Bus (Mercedes/Kässbohrer) und die Nummer 2, Iris-Bus (Iveco/ Renault). MAN/Neoplan rangiere auf Platz 3 vor Volvo. Weltweit gebe es Uberkapazitäten und dadurch einen enormen Preisdruck.

Dennoch geht Fahrnberger davon aus, dass mit dem neuen Konzept zur Verzahnung aller Bus-Produktionsstandorte beider Marken 2004 die Null-Linie erreicht und 2005 Gewinn gemacht wird. Dabei komme - so Fahrnberger - den MAN-Busfabriken in Ankara (Türkei) und Posen (Polen) wegen ihrer niedrigeren Fertigungskosten zunehmende Bedeutung zu.

So baue Ankara - die Kapazität der Fabrik wurde erheblich ausgeweitet - nicht nur Linien- und Reisebusse für Märkte, die vom Hochlohnland Deutschland nicht zu bedienen seien, sondern liefere in Zukunft auch fahrfertige Rohkarossen an MAN in Salzgitter. Die würden dann hier mit der Qualitätsausstattung für den Luxusreisebus "Lion's Star" komplettiert, dessen Serienfertigung begonnen habe. Ähnliches gelte für die Neoplan-Reisebusse. Ankarn werde in Zukunft auch für die Fertigung von einfachen Überlandbussen zuständig sein.

Der Standort in Posen fertigt im MAN-Verbund Stadtbusse für den Export. Die Verlagerung des Rohbaus für die Fertigung der anspruchsvollen Stadtbusse in Niederflurtechnik von Salzgitter sei abgeschlossen, stellt Fahrnberger fest. In Salzgitter - Kompetenzzentrum und auch für die Entwicklung dieser Busse zuständig - sei allerdings ein "Rohbau-Bodensatz" geblieben. In Polen werden am Lkw-Standort von MAN Starachowice auch Komponenten für die Busfertigung in Posen und Salzgitter gebaut.

Lion's Coach
Kernpunkt der Bus-Restrukturierung ist auch die Plattformstrategie für die Entwicklung neuer Typen mit möglichst vielen Gleichteilen für beide Marken. So wird auf der IAA in Hannover im September auf der Basis des Reisebus-Baukastens ein dreiachsiger großer Bruder des "Lion's Star" gezeigt. Auf dieser Plattform basiert ebenfalls der etwas weniger luxuriöse "Lion's Coach", der in Ankarn gebaut wird. Auch Neoplan-Reisebusse werden auf den Baukasten zurückgreifen Ähnliches werde bei Linienbussen passieren, sagte Fahrnberger.

Die Mitarbeiterzahl im MAN-Werk Salzgitter ist vereinbarungsgemäß um 585 auf 3305 gesunken. Erleichtert wurde die Restrukturierung bei Bussen durch die deutliche Fertigungsaufstockung der schweren Lkw-Reihe TGA. Außerdem werden in Salzgitter Komponenten wie beispielsweise Kurbelwellen hergestellt.

Jochen Zeininger, Braunschweiger Zeitung, 17. August 2002

 


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